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Liposuktion – Methoden und ihre Besonderheiten

Liposuktion – Methoden und ihre Besonderheiten

Vorbemerkungen

Einige Tausend Ärzte in Deutschland bieten Fettabsaugungen an. Derzeit werden pro Jahr rund 250.000 dieser Eingriffe – meist aus kosmetischen Gründen – durchgeführt. Doch zur Behandlung des Lipödems sind die üblicherweise eingesetzten Methoden der Fettabsaugung nicht geeignet! Hier ist die Gefahr, Lymphgefäße zu verletzen und damit ein Lipo-Lymphödem zu erzeugen, extrem hoch.

Nähere Informationen hierzu finden Sie unter Die besonderen Anforderungen an die Liposuktion des Lipödems. Das Verzeichnis Spezialisten für Liposuktion beim Lipödem im Lipödemportal enthält ausschließlich Ärzte, die Lipödemen auf lymphgefäß-schonende Weise absaugen.

Der Name „Liposuktion“ kommt von griechisch: lipos = Fett und lateinisch: suctio = saugen, absaugen. Manche Mediziner verwenden dafür auch den Begriff „Lipoaspiration“ (lateinisch aspirāre = ansaugen). Bei der Fettabsaugung des Lipödems wird das krankhaft vermehrte Fettgewebe operativ entfernt. Dieser Eingriff kann

  • die Wasseransammlungen und somit die Schmerzhaftigkeit verringern oder sogar völlig beseitigen,
  • die Hämatom-Neigung verringern,
  • die Häufigkeit von Manueller Lymphdrainage (MLD) und des Tragens von Kompressionsstrümpfen reduzieren bzw. diese Maßnahmen gänzlich überflüssig machen,
  • tiefe Hautfalten (z.B. unter Fettlappen) beseitigen, in denen Mazerationen (Aufweichung der Haut durch ständige Feuchtigkeit) und als Folge dessen Infektionen entstehen können,
  • Entzündungen, die durch das Aneinanderreiben von Fettmassen an der Innenseite der Beine entstehen können, verhindern,
  • ein durch Fettmassen an der Innenseite der Beine gestörtes Gangbild korrigieren und somit Gelenkschäden (Gonarthrose etc.) vorbeugen,
  • dem Entstehen eines Lipo-Lymphödems vorbeugen,
  • die unproportionierte Körperform normalisieren und dadurch
  • psychische Belastungen lindern oder beseitigen.
  • .alles in allem: die Lebensqualität verbessern.

Im Lipödem befinden sich etwa zehnmal mehr Blutkapillaren (die Flüssigkeit an das Gewebe abgeben) als Lymphkapillaren (die Flüssigkeit aus dem Gewebe abdrainieren). Die Fettabsaugung verringert die Zahl der Fettzellen und deren Blutkapillaren. Somit fällt dann im Gewebe weniger Flüssigkeit an, die für die Schwellungen und Schmerzen verantwortlich ist. Nicht jedoch kann die erhöhte Wanddurchlässigkeit (Permeabilität) und Brüchigkeit (Fragilität) der verbliebenen Blutgefäße korrigiert werden.

Also kann auch nach der Liposuktion eine gewisse Neigung zu Flüssigkeitseinlagerungen und somit Schmerzen bestehen. Diese ist individuell aber sehr unterschiedlich. Die Skala geht von „völliger Schmerzfreiheit“ über „deutlich geringere Schmerzen als vor der Liposuktion“ bis hin zu „unveränderte Schmerzhaftigkeit“. Letzteres ist jedoch sehr selten.

Da die Ursachen des Lipödems nicht bekannt sind, kann ein Wiederauftreten des Lipödems nach der Liposuktion nicht mit absoluter Gewissheit ausgeschlossen werden. Die Beobachtungszeiten (seit 1987, Jeffrey A. Klein) sind dafür noch zu kurz. Doch mehrere Untersuchungen, die seit der Einführung der Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) durchgeführt wurden, ergaben keine belastbaren Hinweise darauf. Die bei der Liposuktion entfernten Fettzellen des Lipödems können sich nicht neu bilden. Allenfalls können die verbliebenen Lipödem-Zellen eine Zunahme des Fettgewebes bewirken. Doch deren Zahl ist so gering, dass deren Vermehrung – sofern sie stattfindet – nach bisherigen Erfahrungen äußerst langsam vor sich geht. Dann könnte nach mehreren (8, 12 oder mehr) Jahren eine zweite Liposuktion erwogen werden, was bisher aber nur in ganz wenigen Fällen gemacht wurde.

Die durch die Fettabsaugung erzielten Verbesserungen der Beschwerden sind unabhängig vom Alter der Betroffenen. Die besten Ergebnisse sind bei Lipödemen der Stadien I und II zu erzielen. Dagegen empfinden Patientinnen mit besonders ausgeprägten Lipödemen (Stadium II und III) die Verbesserung durch die Liposuktion subjektiv als deutlicher als solche mit einem Lipödem im Stadium I.

Die durch die Liposuktion verbesserte Lebensqualität kann auf Dauer aber nur durch eine Lebensweise mit vernünftiger Ernährung und ausreichend Bewegung aufrechterhalten werden!

Die zur Absaugung des Lipödems geeigneten Techniken

In Deutschland werden derzeit pro Jahr rund 250.000 Fettabsaugungen durchgeführt. Für diesen lukrativen Markt sind mehrere unterschiedliche Techniken entwickelt worden. Aufgrund der beim Lipödem meist großen abzusaugenden Fettmengen haben sich zur Absaugung des Lipödems letztendlich nur drei Methoden durchgesetzt:

  • Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA)
  • Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL)
  • modifizierte WAL nach Dr. Stutz

Diese drei Techniken sind seit Jahren solide etabliert und bei korrekter Durchführung ausgesprochen risikoarm. Welche davon im Einzelfall „besser“ ist, hängt stark von den individuellen Befunden, der Persönlichkeit und den Zielvorstellungen der Patientin ab. Das wesentliche Kriterium für die Qualität des Ergebnisses einer Liposuktion des Lipödems sind die Erfahrung, das Geschick und die Sorgfalt des ausführenden Arztes. Viele Operateure wählen ihr Instrumentarium und ihre Arbeitsweise abhängig von ihrer Ausbildung, individuellen Erfahrung und patienten-bezogenen Faktoren. Aus diesem Grund können die hier gegebenen Beschreibungen der Methoden lediglich zur prinzipiellen Information dienen.

Für die Liposuktion beim Lipödem kommen folgende Areale in Betracht:

  • Beine außen von der Hüfte bis zum Fußgelenk
  • Arme von der Schulter bis zum Unterarm
  • Beine innen von der Leiste bis zum Fußgelenk

Zwischen der Absaugung zweier Areale soll ein zeitlicher Abstand von mindestens 4 Wochen liegen.

http://www.lipoedemportal.de/liposuktion-methoden.htm

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