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Therapie Lipödem

Therapie Lipödem

Therapie

Da die eigentliche Ursache für das Lipödem noch nicht erkannt worden ist, kann sich die Therapie nur an den Symptomen orientieren.
Somit fußt die Therapie auf fünf Säulen.

Die konservative Therapie
die operative Therapie
die Ernährung
die Bewegung
die Psychotherapie

Konservative Therapie (Infos)

Die Konservative Therapie besteht – neben dem Ernährungs – und Sportverhalten aus den Inhalten der

Flachgestrickte Kompressions-Versorgung
Manuellen Lymphdrainage und
Sowie der Entstauungstherapie (besonders bei einem Lip- Lymphödem empfehlenswert).

Weiterführende Informationen zur Komplexen, physikalischen Entstauungstherapie und Kompressionsbestrumpfung

Leider gibt es keine valide Datenlagen zum Nutzen einer KPE bei Lipödem ohne Nachweis eines Lymphödems. Schaut man sich die gängige Literatur zum Nutzen der KPE beim Lipödem an, so erkennt man, dass die Daten aus den Erkenntnissen zum Lymphödem einfach übernommen wurden. Ein Viertel aller Lipödem-Patienten gaben in einer Befragung innerhalb meiner Studie an, keinen Nutzen aus der manuellen Lymphdrainage zu ziehen.

Ein Nutzen durch die KPE ist nur bei Nachweis eines Ödems (Wassereinlagerungen) zu erwarten. Das ist in frühen Stadien der Erkrankung meistens nicht der Fall oder tritt nur unter extremen Bedingungen auf (langes Sitzen, sommerliche Temperaturen).

Der verordnete Arzt sollte dies vorab überprüfen, z.B. durch den Daumendruck in den Unterschenkel (Dellbarkeit). Qualifizierte Ärzte sind Phlebologen (www.phlebology.de ) und Ärzte an Lipödem-Zentren.

Qualifizierte Therapeuten für die manuelle Lymphdrainage finden sich hier : www.dglymph.de .

Die Kompressionstherapie beginnt mit einer Entstauungsphase, wo die betroffenen Extremitäten mit Kurzzugbinden versorgt werden.

Im Anschluss an die Entstauungphase folgt die Erhaltungsphase mit Kompressionsstrümpfen.

Auf eine Entstauungsphase kann verzichtet werden, wenn dadurch keine Verminderung des Umfanges zu erwarten ist. Diese Entscheidung sollte aber erfahrenen Ärzten vorbehalten bleiben, siehe oben.

Bei den Kompressionsstrümpfen unterscheiden wir zwei Strickarten.

Flachgestrickt, haben eine Naht
rundgestrickt, haben keine Naht.

Flachgestrickte Kompressionsversorgung ist bei sehr unterschiedlichen Umfängen der Extremitäten erforderlich, da eine rundgestrickte Versorgung zu Einschnürungen führt. Sie kommt daher bei Lip- und/oder Lymphödem zum tragen. Ein flachgestrickter Strumpf ist immer eine Maßanfertigung und darf weder einschnüren, zwicken noch rutschen. Die Versorgung in qualifizierten Sanitätshäusern ist daher wichtig. Qualifizierte Fachverkäufer tragen die Bezeichnung Bandagisten/in.

Rundgestrickte Strümpfe werden bei Krampfadererkranungen, bei Thrombosen oder anderen eiweißarmen Ödemen verordnet. Sie können auch nach erfolgter Liposuktion angepasst werden, da dann in der Regel die Beine wieder eine normale Form haben.

Kompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Längen und Ausführungen. Für jeden Strumpftyp werden drei unterschiedliche Längen vorgehalten, sodass man kurze, normale und lange Beine versorgen kann.

Man unterscheidet vier unterschiedliche Ausführungen:

Wadenstrumpf (AD)
Halbschenkelstrumpf (AF)
Schenkelstrumpf (AG)
Strumpfhose (AT)

Daneben gibt es Maßanfertigungen für jeden Beintyp, so zum Beispiel Bermuda, Caprihosen oder Leggins.

Im Armbereich stehen Kompressionsstrümpfe mit und ohne Schulterkappe zur Verfügung ebenso mit und ohne Hand- und Fingereinschluss. Fast jedes Körperteil lässt sich mehr oder minder gut „bestrumpfen“.

Kompressionsbestrumpfung gibt es in vier unterschiedlichen Kompressionsklassen, von leichtem Druck in Ruhe (Klasse 1) bis sehr kräftig (Klasse 4). Werden Strümpfe übereinander getragen, so verdoppelt sich auch der Ruhedruck.

Ausführlichere Informationen sowie eine Checkliste für die Konservative Therapie finden Sie im Mitgliederbereich. [SR1]
Operative Therapie:

WAL

Die Wasserstrahl Assistierte Liposuktion wurde entwickelt, um den Prozess der Fettabsaugung möglichst schonend zu gestalten.

Durch einen sprayförmigen Wasserstrahl wird die Extrazelluläre Matrix um die Fettzellen herum gelockert und damit eine schonendere Absaugung der Adipozyten (Fettzellen) ermöglicht (Man et Meyer 2007).

Die WAL Liposuktion eignet sich sehr gut für die operative Lipodekompression bei Lipödem und wird als Methode der Wahl von vielen Operateuren eingesetzt.

Die PAL-Technik zur Liposuktion

Als Power Assistet Liposuction (PAL) bezeichnet man die Liposuktion mit stumpfen vibrierenden Kanülen in Tumeszenz-Lokalanästhesie. Dabei wird zunächst die Tumeszenz-Lösung, es handelt sich im Wesentlichen um ein verdünntes lokales Betäubungsmittel, in das zu entfernende Gewebe eingespritzt. Das geschieht langsam und schmerzarm, bei Bedarf unter einer Beruhigungsspritze oder Dämmerschlaf. Nach einer Einwirkzeit kann mit einer Motor-betriebenen vibrierenden Kanüle (daher „Power“) das Fett abgesaugt werden. Die Vibration verhindert dabei das Ansaugen an anderen Gewebsstrukturen und somit deren Verletzung. In Studien konnte nachgewiesen werden, daß mit dieser Methode sehr gewebeschonend und insbesondere Lymphgefäß-schonend operiert werden kann. Ausserdem wurden die ersten Studien zur Wirksamkeit der Liposuktion beim Lipödem mit dieser Methode durchgeführt.

Die Tumeszenz-Lokalanästhesie

Die Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) ist ein Verfahren zur Regionalanästhesie der Haut und des Fettgewebes und eigentlich keine eigenständige Operationstechnik. Bei diesem Verfahren wird eine große Menge an Flüssigkeit mit einem örtlichen Betäubungsmittel, meist Lidocain, angereichert und in den Zielbereich infiltriert. Dabei wird so viel Tumeneszenz-Flüssigkeit in das abzusaugende Gebiet eingegeben, bis das Gewebe vollständig mit Flüssigkeit gesättigt ist und das Gewebe keine weitere Flüssigkeit mehr aufnehmen kann. Der zu operierende Bereich ist im Anschluss prall angeschwollen.

Die großflächig eingesetzte TLA ersetzt dabei eine Vollnarkose.

Aufgrund des Wirkspektrums des Lokalanästhetikums und den möglichen Nebenwirkungen sollten Volumina von mehr als 5 Litern nur in dafür geeigneten Operationszentren mit Möglichkeiten zu kontinuierlicher Überwachung der Vitalparameter (Kreislauf, Atmung etc.) erfolgen.

Narkose

Es kommen verschiedene Formen der Narkose und Schmerzausschaltung zum Einsatz.

In der Tumeszenzlösung befindet sich meist ein lokales Anästhetikum, welches eine Schmerzausschaltung vor Ort im Gewebe ermöglicht. Dadurch ist grundsätzlich eine Fettabsaugung ohne Narkose möglich.

Bei ausgedehnten Fettabsaugungen, die bei der Lipödembehandlung zur Anwendung kommen wird meist eine Analgosedierung oder Vollnarkose (zusätzlich) angewendet. Hierbei wird die Patientin entweder in einen schmerzfreien Dämmerschlaf versetzt (Analgosedierung) oder eine vollständige Narkose durchgeführt. Dies ermöglicht größere Eingriffe und Liposuktion mit einem höheren Absaugvolumen.

Aufklärung

Grundsätzlich sollte mit ausreichendem Zeitabstand vor einer Liposuktion eine ausführliche und schriftlich dokumentierte Aufklärung durch den Operateur erfolgen. Dabei ist über den Verlauf der Operation und der Zeit danach, über das zu erwartende Ergebnis und die Risiken aufzuklären.

Mit der Größe und dem Absaugvolumen nimmt auch das Risiko für Komplikationen zu. Daher ist vorab der Behandlungsplan mit eventuell mehreren Sitzungen Bestandteil der Aufklärung.

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Grundsätzlich ist den Empfehlungen des Operateurs zu folgen. Dieser sollte vorab einen Nachsorgeplan und ein Merkblatt über Verhaltensempfehlungen vorlegen.

In der Regel erfolgen Nachuntersuchungen am 1.-3. postoperativen Tag, nach 4-6 Wochen und eine Abschlussuntersuchung nach 6 – 12 Monaten.

In den ersten postoperativen Tagen ist auf Entzündungs- und Thrombosezeichen zu achten.

Die Dauer der postoperativen Kompression hängt von der Schwellungsneigung ab. In der Regel werden mindestens 4 Wochen bis zum Verschwinden der Hämatome empfohlen. Bei anhaltender Schwellungsneigung solange diese besteht. Bei fortgeschrittenen Stadien, Übergewicht und älteren Patientinnen kann sie dauerhaft erforderlich bleiben.

Unmittelbar nach der Liposuktion wird empfohlen , die Kompression für 3 bis 8 Tage auch nachts zu tragen.

Ausserdem wird zusätzlich eine manuelle Lymphdrainage 2x pro Woche für 3 Wochen empfohlen. Bei anhaltender Schwellungsneigung auch länger. Mit der Lymphdrainage kann am 1. bis 4.Tag nach der Liposuktion begonnen werden.

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